Wald: Natur- und Kulturlandschaft

Abstract

Die 10. Botanik-Tagung widmete sich ganz dem Thema Wald. Gegen 80 Personen drängten sich im Hörsaal des Botanischen Instituts. Sie wurden nicht enttäuscht. Ausnahmslos interessante Vorträge beleuchteten den Wald von ganz unterschiedlichen Seiten. Ein grosser Gewinn war, dass schon mit dem Einleitungsreferat des Waldhistorikers der grosse Wandel deutlich wurde, den der Schweizer Wald seit dem 19. Jahrhundert durchgemacht hat. Waldgeschichte ist sowohl Kultur-, Agrar-, Rechts- als auch Umweltgeschichte. Nachdem es um den Schweizer Wald mit dem Ende des «Waldsterbens» etwas ruhiger wurde, ist er in letzter Zeit wieder vermehrt zum Thema geworden. Dies mag eine Folge sein der Sturmschäden der letzten Jahre (Vivian 1990, Lothar 1999), des Föhrensterbens im Wallis, der Krise der Holzwirtschaft, der Ausdehnung der Waldfläche durch den Rückgang der Landwirtschaft im Alpenraum und schliesslich der aktuellen Diskussionen um das «Waldprogramm Schweiz» des Bundes, mit dem die unterschiedlichen Ansprüche an den Wald thematisiert wurden. Diese Diskussionen rückten den Gegensatz von Ökonomie und Naturschutz im Schweizer Wald wieder stärker ins Bewusstsein. All diese Aspekte und noch mehr kamen im Verlauf der diesjährigen Botanik-Tagung zur Sprache. Wie immer waren die Diskussionen nach den Vorträgen, die Gespräche während den Pausen und über Mittag, angeregt und ergiebig.

https://doi.org/10.12685/bauhinia.1713
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Copyright (c) 2025 PD Dr. Jürg Stöcklin