Abstract
Die 7. Botanik-Tagung befasste sich mit gebietsfremden Arten, sogenannten Neophyten. Das Thema geniesst in jüngster Zeit auch in Europa vermehrt Aufmerksamkeit, obwohl hier die Problematik verglichen mit den Verhältnissen in Australien, Amerika oder auf Inseln weniger virulent ist. Neophyten sind Pflanzenarten, die erst nach 1500 eingeschleppt oder eingewandert sind. Je nach Erdregion und Begleitumständen können invasive Arten ein wichtiger Faktor für den Rückgang der biologischen Vielfalt darstellen. Zu Recht wurde deshalb diesem Problem im Übereinkommen über die biologische Vielfalt, welches 1992 in Rio unterzeichnet wurde, Rechnung getragen. Die Vertragsstaaten sind angehalten zu verhindern, dass gebietsfremde Arten Ökosysteme, Lebensräume oder andere Arten gefährden können. Der Ansturm an Teilnehmern für die Botanik-Tagung war noch nie so gross wie an dieser Tagung. Wohl ein deutlicher Hinweis darauf, wie interessant, wichtig aber auch kontrovers die Thematik ist. Deutlich mehr als hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer drängten sich in den Hörsaal des Botanischen Instituts und wie immer ermöglichte die Tagung einen regen Austausch von Ideen und bot die Gelegenheit zu Kontakten. Besonders attraktiv war wohl auch, dass die Tagung ein ausgewogenes Spektrum von Referaten anbot und für einmal nicht nur höhere Pflanzen, sondern auch Pilze, Moose und Tiere zur Sprache kamen.

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