Abstract
Rund ein Zehntel der 250000 Blütenpflanzen der Erde sind Orchideen. Als hochentwickelte Spezialisten haben Orchideen die Grenze dessen, was in der Natur möglich ist, nochmals weit hinausgeschoben. Die eigentümliche Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen erschliesst den Orchideen einige schwer besiedelbare Lebensräume. Die meisten Orchideen leben als Epiphyten in den Tropen. Die Formenfülle der Blüten reicht vom duftenden Liebreiz bis zur schwülstigen Aufdringlichkeit. Hochspezialisierte Anpassungen an unterschiedlichste Bestäuber (Insekten, Vögel, Fledermäuse) machen diese Pflanzengruppe zu einem beliebten Forschungsobjekt von Evolutionsbiologen. Bereits Darwin widmete den Bestäubungssyndromen der Orchideen ein eigenes Buch. Anlass der diesjährigen Tagung war die Ausstellung «Orchideen – Pflanzen der Extreme» im Botanischen Garten der Universität Basel. Im Rahmen dieser Ausstellung wurde auch das «Herbarium Jany Renz» erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Dank einer lebenslangen Sammlerleidenschaft trug dieser Forscher mehr als 25000 Herbarbelege und nahezu 3000 Bücher über Orchideen zusammen. Beides vermachte er nach seinem Tod dem Botanischen Institut. Was lag da näher, als die Biologie dieser in vieler Hinsicht besonderen Pflanzengruppe zum Thema zu machen. Das Interesse war gross. Fast 200 Interessierte hatten sich zur Tagung angemeldet. Bunt mischten sich diesmal wissenschaftlich Interessierte und Orchideenspezialisten. Acht Vorträge boten einen vertieften und gleichzeitig umfassenden Einblick in die Welt der Orchideen.

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