Abstract
Wie die Heidelbeere, Vaccinium myrtillus L., darf Vaccinium vitis-idaea L., die Preiselbeere, als Zeiger nicht nur kalkarmer, saurer Oberböden gelten, sondern geradezu als Zeiger von Rohhumus (Oberdorfer 1983, Hess et al. 1977). Landolt (1977) weist allerdings die Preiselbeere als weniger rohhumusgebunden aus als die Heidelbeere (Reaktionszahl R = 2, Humuszahl H = 4 gegenüber Reaktionszahl R = 1, Humuszahl H = 5).
Beide Arten sind in niederschlagsreichen oder kühlhumiden Silikatgebieten verbreitet und häufig, anderwärts aber mehr oder weniger scharf auf Spezialstandorte beschränkt, an denen sich Rohhumus bilden und halten konnte. In humiden Kalkgebieten eindrücklich sind die Vorkommen an Felsgraten und im Blockschutt über schwer verwitterbarem, die Bodenlösung des darüber angesammelten Rohhumus kaum beeinflussendem Hartkalk; Rohhumus kann aber auch in Kalkgebieten in genügend mächtiger Streu der Nadelwälder angetroffen werden. Christ (1879, S. 271 f.) hat das Phänomen eindrücklich beschrieben und erklärt, Heinis (1916) hat es für den Basler Jura umfassend gewürdigt und mit mehreren Aufnahmebeispielen belegt.

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