Abstract
Auf einer Institutsexkursion des Instituts für spezielle Botanik der Eidgenössischen Technischen Hochschule sammelte ich zusammen mit Prof. Dr. H. Hess am 21. 6. 1964 in der Nähe von Bergamo (Kapelle S. Thome bei Almenno S. Bartolomeo) einen Mohn, den ich später als Papaver apulum bestimmte. Dies veranlasste mich, dieser Pflanze und ihrer Verbreitung auf der Alpensüdseite etwas nachzugehen.
P. apulum Ten. (P. argemonoides Ces.) gehört mit P. hybridum L. und P. Argemone L. zu einer etwa 6 Arten umfassenden mediterranen Artengruppe, die sich von den Arten aus der Verwandtschaft des P. Rhoeas (z. B. P. Rhoeas L., P. dubium L., P. Lecoquii Lamotte) vorwiegend durch die charakteristische Form der Staubfäden und durch die behaarten Früchte auszeichnet. Die dunkelvioletten Staubfäden verdicken sich nach oben keulenförmig und verschmälern sich kurz vor den Staubbeuteln plötzlich wieder in einen kurzen Stiel. Die Haare der Früchte sind hell und borstenförmig. Bei allen 3 Arten sind die Blätter sehr variabel, bis fast auf den Mittelnerv 1-3-fach fiederteilig, mit bis 3 mm breiten, meist spitzen Zipfeln.

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