Abstract
Bei keiner andern Familie hat sich das Vorkommen vieler Arten in den letzten Jahrzehnten so sehr verändert wie bei den Orchideen. Für den floristisch-arealgeographischen Teil der Neuausgabe des «Hegi» suchte deshalb der mit der Bearbeitung der Knabenkräuter beauftragte Dr. K. Senghas Mitarbeiter zur Abgrenzung der Artvorkommen in kleinen Teilgebieten. Im Rahmen dieser Arbeit habe ich das mir gut bekannte Areal zwischen Aare-Rhein und einer gedachten Verbindungslinie Basel-Montfaucon-Solothurn übernommen. Für diese floristische Arbeit blieb mir leider wenig Zeit, da der Bericht innert Jahresfrist, im Dezember 1965, abgeliefert werden musste. Das hier Vorliegende ist im wesentlichen das Ergebnis meiner Untersuchungen. Selbstverständlich kann ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, zudem sind die kritischen Arten ausgelassen.
Von den ungefähr 50 nördlich der Alpen möglichen Arten ist der Jura samt den angrenzenden Gebieten mit 44 Arten sicher vertreten. Im engeren Untersuchungsgebiet zeichnet sich der Aargauer Jura mit ca. 30 Arten oder 70 % der Arealfunde aus. Leider sind gerade im Fricktal viele schöne Fundorte durch veränderte Bewirtschaftungsmethoden, Aufkommen von Busch und Wald an Trockenhängen und Überbauung gefährdet. Es ist zu befürchten, dass schon nach einigen Jahrzehnten viele der seltenen oder ökologisch eng angepassten Arten (Ophrys, Aceras , Himantoglosum, etc.) endgültig verloren sein werden.

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