Abstract
In einem ununterbrochenen Bande, von Illyrien bis Piemont, werden die Hänge in der montanen Stufe der feuchten, südlichen Aussenketten der Alpen von Buchenwäldern bekleidet. Über Karbonatgestein sind es Gesellschaften des Eu-Fagion-Unterverbandes mit einer reichen Artengarnitur an Frühjahrsgeophyten, welche die Trockengebüsche des Orneto-Ostryon nach oben ablösen; über Silikatgestein folgen über den anthropogenen Kastanienbeständen krautarme, azidophile Buchenassoziationen, die zum Luzulo-Fagion zu rechnen sind. Die rezente untere Grenze dieser Fagus-Wälder liegt in ungefähr 1000 m Meereshöhe, und besonders in den insubrischen Tessintälern fällt auf, dass in dem 500-600 m mächtigen Buchengürtel die Weisstanne (Abies alba) in sehr unterschiedlichen Mengen gedeiht. Während sie in den Fagus-Wäldern der Dolomitberge im Mendrisiotto und Luganese vollständig fehlt, findet sie sich weiter nördlich überall mehr oder weniger reichlich. Weiter alpeneinwärts verliert Fagus rasch an Bedeutung und schon in den oberen Tälern der Maggia, in der Riviera und im unteren Misox herrscht Abies in der Klimaxvegetation der montanen Stufe. Von besonderem Interesse sind die Kontakte des Fagus-Abies-Gürtels mit subalpin-alpinen Pflanzengesellschaften. Im Mendrisiotto steigen die Eu-Fagion-Wälder bis gegen 1600 m an, bilden dort die Waldgrenze und gehen unmittelbar in alpine Rasen über. Weiter nördlich schiebt sich zwischen die bodensauren Luzulo-Fagion-Gesellchaften und die baumlosen, alpinen Zwergstrauchheiden eine von Koniferen gebildete Stufe ein, in der neben Abies vielfach Larix decidua dominiert (vgl. H. Zoller 1960).

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