Kommt Hieracium porrifolium L. in der Schweiz vor ?

Abstract

In Dr. A. Becherers alle zwei Jahre erscheinenden, wie immer äusserst gründlichen und kritischen Beitrag «Fortschritte in der Systematik und Floristik der Schweizerflora» finden wir in den Berichten der Schweizerischen Botanischen Gesellschaft, Band 66 (1956), S. 193, folgende Notiz:

«Hieracium porrifolium L.: Scuol/Schuls (Unterengadin, Gr.), Kiesgrube jenseits der neuen Innbrücke und im untersten Teil der Clemgiaschlucht, ca. 1100 m, an verschiedenen Stellen, offenbar sich ausbreitend, zusammen unter anderm mit H. bupleuroides ssp. Schenkii und Crepis tectorum, leg. O. Hirschmann 1955, neu für die Schweiz.»

Diese Angabe des bekannten, inzwischen verstorbenen, Hieracienforschers Dr. O. Hirschmann, Bad Ragaz, die auch in die von Becherer besorgten neuesten Auflagen der «Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz» von Binz (9. Aufl. 1959; 10. Aufl. 1961) aufgenommen worden ist, erfüllte mich mit einigem Befremden. Hatte ich mich doch in den Jahren 1933, 1943 und 1952, anlässlich mehrwöchiger Aufenthalte in Vulpera, besonders mit dem Sammeln von Hieracien beschäftigt. Der Fussweg von Vulpera nach Schuls führt am unteren Teil der Clemgia und an der genannten Kiesgrube vorbei zur neuen Innbrücke. Die Hieracienflora der lichten Föhrenbestände, die sich von der Kiesgrube zum Eingang in die Clemgia hinziehen, ist nicht zu übersehen. Ich fand hier aber aus der Sektion Glauca Gris. stets nur Formen von Hieracium bupleuroides Gmel. und von H. glaucum All.

https://doi.org/10.12685/bauhinia.2081
PDF
Creative-Commons-Lizenz
Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International.

Copyright (c) 2025 Dr. Arthur Huber-Morath