Notholaena maranthae (L.) Desv. nicht Cheilanthes fragrans (L.) Webb et Berthelot bei Chiavenna

Abstract

Nach Braun-Blanquet und Hatz2) findet sich im Herbarium von G. L. Theobald im räthischen Museum in Chur ein Beleg von Cheilanthes fragrans (L.) Webb et Berth. mit der Angabe: Chiavenna Lavezsteine. Dieser Fundort ist von Braun-Blanquet und Rübel3) auch in ihre Flora von Graubünden übernommen, nach Fornaciari (S. 58 )4), aber nie bestätigt worden. Wir beschlossen daher, den Standort zu kontrollieren. Nach der Carta Geologica dTtalia al 100'000 Foglio 17, Chiavenna5) erstreckt sich der Serpentinblock bei Chiavenna von der Mera im Norden gegen Süden bis inkl. Prata (ca. 3 km). Westlich ist er ungefähr durch die Bahnlinie nach Prata begrenzt und erstreckt sich im mittleren Teil auch ca. 3 km nach Osten, im nördlichen nur knapp über Prosto hinaus (ca. 1,3 km). Wir haben Teile dieses Gebiets im März und April 1960 dreimal begangen, speziell die für Cheilanthes günstigen Lagen (Felsen und Mauern südexponiert, frei, Höhe zwischen 360-500 m). Cheilanthes konnten wir nicht finden wohl aber (bereits bei der ersten Begehung) sehr schöne Standorte von Notholaena maranthae (siehe unten). Dies gab Anlass zur Vermutung, die Angabe von Theobald könne auf einem Irrtum beruhen. Herr Dr. P. Müller-Schneider in Chur hatte die grosse Freundlichkeit, den Beleg von Theobald herauszusuchen und uns zur Einsicht zuzusenden6). Dieser Beleg besteht aus einem Einzelwedel mit Etikette (vgl. Tafel X). Es handelt sich eindeutig um Notholaena maranthae.

https://doi.org/10.12685/bauhinia.2104
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