Die wärmezeitliche Verbreitung von Haselstrauch, Eichenmischwald, Fichte und Weisstanne in den Alpenländern

Abstract

In weiten Gebieten Nord- und Mitteleuropas haben die postglazialen Moor- und Seeablagerungen eine Fülle von Mikrofossilien, Früchten und Hölzern geliefert, aus denen man mit Sicherheit schliessen muss, dass viele Wasser- und Sumpfpflanzen oder ganze Pflanzengesellschaften, Vegetationsstufen und Sedimentationstypen in vorhistorischer Zeit viel weiter polwärts verbreitet waren als heute und dementsprechend in den Gebirgen grössere Höhen erreicht haben. Selbst wenn man diese Funde, insbesondere auch die überraschend grossen Mengen von Hasel- und Edellaubholzpollen in mittelskandinavischen oder montan-subalpinen Mooren mit äusserster Kritik beurteilt, so lassen sie sich nur durch die Annahme erklären, das Klima sei während mehrerer Jahrtausende (von ca. 6000 bis ca. 1000 v. Chr.) deutlich wärmer gewesen als in subrezenter oder rezenter Zeit. Da diese Verteilung der Fossilien während langer Zeitperioden von Mittelschweden bis in die schweizerischen Nordalpen zu beobachten ist, so scheint deshalb zu folgen, dass es sich bei der postglazialen Wärmezeit um eine regionale Erscheinung handle, die auf allgemeinen, tiefgreifenden Ursachen beruht.

https://doi.org/10.12685/bauhinia.2116
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