Menschenrechtsnarrative und Klima-Seniorinnen
Abstract
Menschenrechte sind universelle Prinzipien, die jedem Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sozialem Status zustehen. Sie bilden die Grundlage für Freiheit, Gerechtigkeit und Würde des Einzelnen. Die Art und Weise, wie Menschenrechte erzählt und verstanden werden, variiert und spiegelt nicht nur unterschiedliche Erfahrungen, Kontexte und
Perspektiven wider, sondern auch unterschiedliche Werte und Ziele.
Dieser Beitrag beschreibt verschiedene Menschenrechtsnarrative, wie ich sie in meiner Arbeit als Leiter der Direktion für Völkerrecht wahrnehme (Teil I). Danach versucht er zu erläutern, welche Narrative konzeptuell die Forderung begründen, dass ein menschenrechtlicher Anspruch auf Klimaschutz besteht (Teil II). Abschliessend wird er persönliche Überlegungen zum Urteil des
Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte über die Klage der KlimaSeniorinnen zusammenfassen. Der Beitrag geht auf eine öffentliche Diskussion zum Thema «Menschenrechtsnarrative: Der Kampf um die Deutungshoheit» zurück, die am 24. September 2024 an der Universität Basel anlässlich der Präsentation des Repetitoriums Internationaler Menschenrechtsschutz von
Christoph A. Spenlé und Carl Jauslin stattgefunden hat. Es ist daher naheliegend, gerade auch auf diese Publikation Bezug zu nehmen, welche nicht nur eine für Studierende äusserst hilfreiche übersichtliche und kompakte Darstellung des internationalen Menschenrechtsschutzes ist, sondern auch Praktikerinnen und Praktikern sowie an Fragen der Menschenrechte Interessierten
eine nützliche Übersicht und einen anregenden Anstoss gibt.